Philosophische Erzählung
Worauf wartet eigentlich das Universum?
Ein junger Mann spricht nachts mit dem Universum über seine Zukunft.

Auf seinem Schreibtisch liegt eine Bewerbung. Eigentlich müsste er sie nur noch abschicken. Stattdessen sitzt er mit einer Tasse Tee auf der Fensterbank und fragt sich, wie man sich für einen Lebensweg entscheiden soll, wenn sich die Welt schneller verändert als die eigenen Vorstellungen von ihr. Und warum sich dieser eine Schritt anfühlt, als müsste er heute schon wissen, wer er einmal sein wird.
Draußen fällt Schnee ins Licht der Straßenlaterne. Im Fenster gegenüber umarmen sich zwei Menschen. Er sieht ihnen einen Moment lang zu. Dann ist da eine Stimme. Vertraut und fremd zugleich. Spricht er mit sich selbst? Oder tatsächlich mit dem Universum? Ein Gespräch durch die Nacht beginnt.
Sie reden über Arbeit und künstliche Intelligenz, über Erwartungen, Entscheidungen und darüber, wie aus all den Vorstellungen, die wir von uns sammeln, irgendwann ein Ich entsteht, das wir für selbstverständlich halten.
Doch die Stimme erklärt ihm nicht, wie er leben soll. Sie weiß auch nicht besser als er, welcher Beruf der richtige ist oder wo er in zehn Jahren sein wird. Sie stellt nur andere Fragen.
Während draußen der Morgen näher rückt, muss er noch immer nicht wissen, wer er einmal sein wird. Aber aus der Sorge, sich richtig entscheiden zu müssen, wird langsam Neugier auf das, was vor ihm liegt – und die Freude, selbst etwas daraus zu machen.
Am Abend glaubt er, seine Zukunft entscheiden zu müssen. Am Morgen beginnt er, sie als eine Möglichkeit zu sehen.